Thursday, June 11, 2009

Wofür leben Sie?


Fragen Sie irgend jemanden - Mann oder Frau - was er/sie erreichen will.



Wahrscheinlich hören Sie Dinge wie ...

- einen angenehmen Arbeitsplatz
- eine tragfähige Partnerschaft
- ein schönes Haus
- eine sichere Rente ...

Dinge dieser Art.

Doch:

Wofür leben Sie?
Was ist Ihr Lebensinhalt?

Nichts gegen all die oben genannten Vorteile und Annehmlichkeiten, aber:

welche ragt heraus?


Die meisten Menschen scheinen sich damit schwer zu tun.
Viele wissen offenbar, was sie kurzfristig wollen; vielleicht von einer Minute auf die andere; in Ausnahmefällen auch, was sie innerhalb des nächsten Jahrzehnts anstreben.

Aber sie haben sich nie Gedanken darüber gemacht, wie das zentrale Ziel beschaffen sein sollte.

Das ist durchaus verständlich.
Unsere Gesellschaft tut sicherlich nicht viel dafür, um das Nachdenken über Sinnfragen zu fördern.
Stattdessen werden wir mit einer nie endenden Lawine von Ablenkungen und Belanglosigkeiten zugeschüttet.

Doch ein zentrales Lebensziel ist ein Eckpfeiler einer gesunden Lebensphilosphie!

Ohne ein solches alles überbrückendes Ziel kann von einer Philosophie nicht die Rede sein!

Es gab eine Zeit, in der sich Philosophen und Denker dieser Frage annahmen.
Das scheint ein für allemal Vergangenheit zu sein.

Die moderne Philosophie hat sich in spezialisierte akademische Disziplinen aufgesplittert.
Die dort diskutierten Themen sind für Otto Normalverbraucher ohne großen Wert.

Überlegen Sie selbst:
Wann haben Sie zum letzten Mal etwas Tiefschürfendes von einem zeitgenössischen Philosphen gelesen?

Die alten Griechen und Römer gingen solchen Fragen wesentlich mehr auf den Grund;
sie wollten herausfinden, wie man am besten leben sollte.

Es entstand der Stoismus, eine "Schule", die heute kaum mehr verstanden wird.

Das Adjektiv "stoisch" wird heute in der Bedeutung von
"gleichgültig",
"desinteressiert",
"indifferent",
"unerschütterlich",
"gleichmütig" oder ähnlichen Bedeutungen gebraucht.

"Von stoischer Ruhe" bedeutet: Mit großer Gelassenheit und Gemütsruhe.

Als "stoisch" wird jemand beschrieben, der sich von Freude oder Leid nicht aus dem Gleichgewicht bringen lässt.

Doch das ist NICHT die stoische Philosophie!

Stoismus heißt, das Leben sowohl sinnvoll als auch erfüllend zu leben.
Es geht um die Heilung der Schläge, die ein jeder von uns einstecken muss - und um innere Ruhe!

Wie ereicht man diesen Zustand?

Die altgriechischen Philosphen gaben uns folgende Ratschläge:

- Betrachte die ruhige Natur deiner Umwelt!

- Lebe in der Gegenwart, ohne Furcht vor der Zukunft!

- Verbanne negative Gefühlsanwandlungen!

- Lebe nach deinem Rhythmus!

- Sei tugendhaft!

- Suche Weisheit!

- Lebe einfach!


Eigentlich ganz schlichte und hausbackende Empfehlungen.
Doch in der Praxis ist es eben nicht so leicht wie es aussieht!

In der Gegenwart zu leben und keine Furcht vor der Zukunft zu haben, ist ganz schön schwer, wenn wir den ständig auf uns einprasselnden Negativnachrichten Eintritt gewähren.


Epiket erinnert uns daran, dass sich die meisten Dinge, die sich auf der Welt ereignen, unserer Kontrolle entziehen. Es seien nicht die Ergnisse an sich - meinte er - sondern unsere Einschätzung derselben, welche uns den Seelenfrieden raubten.

Und diese Einschätzungen, unsere subjektiven Beurteilungen, können wir sehr wohl ändern oder kontrollieren!

Was kann unsereiner schon tun, um die Finanzkrise zu lösen, das Ozonloch zu verkleinern oder Frieden im Nahen Osten zu stiften?
Ja, wir können unsere Stimme abgeben oder eine Bürgerbewegung gründen - doch mehr als Gewissensberuhigung dürfte dies in den meisten Fällen auch nicht sein.

Die Ratschläge der alten Stoiker sind also auch heute durchaus noch sinnvoll.

So kommen zum Beispiel deshalb viele Leute in finanzielle Schwierigkeiten, weil sie ihren Kaufrausch nicht bändigen können.
Dabei führt der kürzeste Weg zur finanziellen Unabhängigkeit gerade über eine Zügelung unnötiger Ausgaben!
Vieles wird nur angeschafft, um nach außen hin den Schein zu wahren.

Viel zu viel Leute bilden sich ein, dass sie keine finanziellen Sorgen mehr hätten, wenn sie mehr verdienen würden.
Wie Sie der Leseprobe unseres E-Books "So werden Sie finanziell unabhängig" entnehmen können, ist dies ein Trugschluss!

Nach der Erfülung eines Kaufwunsches wird sich der nächste melden!

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung!

Die obigen Erkenntnisse sind über zweitausend Jahre alt und stammen aus einem wohlbekannten Zwiegespräch zwischen Alexander dem Großen und dem griechischen Philosphen Diogenes:

Alexander: Diogenes, Ihr seid ein Mann, dem große Achtung gebührt. Und dennoch verbringt Ihr Eure Tage unberübt und erfreut Euch des Lebens.

Diogenes: Sagt mir, was das Leben Alexander des Großen so viel besser macht!

Alexander: Ich erobere Völker!

Diogenes: Und was kommt danach?

Alexander: Als nächstes werde ich Griechenland erobern!

Diogenes: Und dann?

Alexander: Dann kommt Kleinasien an die Reihe.

Diogenes: Und dann?

Alexander: Dann nehme ich mir die übrige Welt vor.

Diognenes: Und dann?

Alexander: Dann ruhe ich mich aus und erfreue mich am Leben.

Diognes: Warum tut Ihr das nicht schon heute?


Dieser Dialog scheint seine Wirkung auf Alexander nicht verfehlt zu haben.
Er soll gesagt haben:

Wenn ich nicht Alexander wäre, würde ich Diogenes sein wollen!

Diogenes kümmerte sich wenig um äußeren Ruhm, Luxus oder Besitz.
Als Vorbild ist er für uns moderne Westler vielleicht nicht unbedingt nacheinferungswürdig - das möge jeder selbst entscheiden - aber zumindest hatte er eine Lebensphilosphie!

Die meisten Menschen haben eine solche nicht.
Sie tun einfach das, was andere auch tun
und begnügen sich mit Mitläufertum ohne eigene Lebensgestaltung.

Das Problem dabei: Man kann sehr leicht an seiner Bestimmng vorbeileben!

Wie schon Tolstoi einmal bemerkte:

Das Alter kommt für die meisten überraschend!

Wäre es da nicht eine gute Idee, sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen, was einem wirklich wichtig ist!?

Mit den besten Wünschen!

Ihr

Benno Schmid-Wilhelm



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