Monday, October 05, 2009

Langsam vorangehen - mehr erreichen!


"Ya? Algún día te vas a ahogar ...!" lächelte mir die sympatische Rebeca zu.

Wörtlich: "Schon fertig? Eines Tages wirst du dich noch ertränken!"

Doch das meinte sie damit nicht. Sie meinte, ich würde mich verschlucken, weil ich - wieder einmal - viel zu schnell gegessen hatte.

Rebeca ist Kellnerin in meinem Mittagsrestaurant.
Der Teller vor mir war leer.
Ja, es waren Spuren vorhanden. Selbst Nick Knatterton hätte daraus schließen können, dass hier jemand etwas verzehrt hatte.

Und eine Geruchsprobe an meinem Gaumen hätte mich als den Schuldigen entlarvt.

Aber ...

so schnell!?

Rebeca hatte ja so recht:

Ich hatte mein Essen nicht zu mir genommen, ich hatte es förmlich inhaliert!

Da predige ich nun immer wieder, wenn Leserinnen und Leser unserer E-Books quasi über Nacht Ergebnisse wollen, dass "alles seine Zeit brauche", dass Geduld nötig sei, dass wir "runter vom Gas" müssen ...

Und selbst verschlinge ich mein Essen, ohne dass ich es merke!

Mea culpa!

Wie oft werden wir im Alltag Opfer dieser Zerstreutheit und Gedankenlosigkeit?

Viel zu oft!

Auch wenn wir es ungern zugeben.

Jemand redet mit uns, aber wir hören nicht wirklich zu.
Unsere Aufmerksamkeit hüpft von diesem zu jenem.

Oder ...

Unser Ego, das uns partout immer in die Vergangenheit oder in die Zukunft führen will, und seien es nur 15 Minuten später, tut alles dafür, dass wir nicht in der Gegenwart bleiben.




Damit erweisen wir uns einen Bärendienst!

In unserer modernen Zeit muss alles "schnell" gehen.
Wir bilden uns ein, dass wir mehr erledigen könnten, wenn wir zwei oder drei Dinge gleichzeitig tun!

Ein folgenschwerer Trugschluss!

Und:

Wir zahlen einen hohen Preis dafür!

Keiner von uns hat eine Garantie auf ein Morgen. Jeder von uns wird steben und Menschen, die uns am Herzen liegen, ebenso.

Vielleicht vor uns, was wahrscheinlich schwerer zu ertragen ist.

Geschäftigkeit lullt uns ein.
Diese Tatsachen verdrängen wir allzu gern; aber wir können sie nie ganz wegschieben.

Da unsere Tage auf diesem Planeten begrenzt sind und jede Stunde wertvoll ist, tun wir gut daran, uns unverblümt darüber klar zu werden, wer und was uns wirklich wichtig ist.

Was wollen wir mit unserer Zeit anfangen?
Um bewusst zu leben, bleibt uns gar nichts anderes übrig, als uns der Hektik weitgehend zu entziehen und langsamer zu machen!





Die Ärzte sagen uns, dass langsamer atmen eine der einfachsten Möglichkeiten zu einer besseren Gesundheit sei.
Tiefenatmung vermindert Stress und reduziert den systolischen Blutdruck.
Der Sauerstoff gelangt in die hintersten Winkel unserer Lungen, in die so genannten Alveolen, wo der Sauerstoffaustausch am effizientesten funktioniert.

Bei einer flachen Atmung ist dies nicht der Fall. Dann sondert unser Körper Stickoxide aus; unsere Organe und das Körpergewebe erhalten dann weniger Sauerstoff.




Wer langsamer isst, isst auch weniger.

Bis besondere Zellen im Magen, die "Stretchrezeptoren", an das Gehirn weitermelden, dass wir jetzt genug gegessen haben, vergeht eine gewisse Zeit.

Dazu kommt, dass uns das Essen auch besser schmeckt.
Untersuchungen zufolge nehmen Langsamesser pro Mahlzeit 70 Kalorien weniger ein. Umgerechnt auf drei Mahlzeiten pro Tag macht dies innerhalb eines Jahres immerhin 20 Pfund aus, die wir auf diese Weise abnehmen.




Wenn wir die Dinge langsam angehen lassen, ist dies fast immer besser. Dies gilt für den Aufbau einer Partnerschaft oder eine Wiederversöhnung genau wie für unseren beruflichen Alltag.

Wir vermeiden dadurch auch gar manchen Unfall. Wer hat sich noch nicht an den Kopf gefasst, wenn einer, dem es nicht schnell genug gehen kann, zu einem lebengefährlichen Überholmanöver ausschert - um dann nicht selten an der nächsten Ampel doch wieder direkt vor uns zu stehen?

Manche schaffen es allerdings nie bis dorthin!

Auch in Gelddingen zahlt sich bedächtiges und überlegtes Vorgehen aus.

Viele Leute merken im fortgeschrittenen Alter, dass die Rente nicht ausreichen wird. Dann lassen sie sich auf riskante Anlageformen wie Futures oder Optionen ein.

Ein großer Fehler!

Auch bei langfristigen Anlagezielen überholt die beharrliche Schildkröte in der Regel den hin- und herspringenden Hasen.

Ach ja - mit systematischem Sparen über Investmentfonds könnten Sie bereits innerhalb der nächsten Stunde beginnen!




Mir gefallen kurze Sinnsprüche. Auf Twitter hatte ich vor einiger Zeit eine kurze altchinesische Weisheit veröffentlicht:

"Wer es eilig hat, kann nicht in Würde schreiten!"


Jemand antwortete mir, dass wir heute "so viel Zeit nicht mehr hätten".

Ich bin dennoch der Meinung, dass die chinesische Aussage stimmt.
Ein gehetzter Mensch ist sicherlich kein attraktives Bild. Er vermittelt Stress, Anspannung, Unausgeglichenheit, als würde er ständig etwas verpassen.

Ich bin keinesfalls weltfremd. Auch ich habe Termine einzuhalten und Pünktlichkeit ist für mich Ehrensache.

Aber wir tun gut daran, uns immer wieder an die wohltuenden Folgen der Langsamkeit zu erinnern.




Manchmal bedarf es dazu eben einer Rebeca!

Mahlzeit!

Und immer gut kauen und langsam essen!
(Geht auch an mich -:)

Mit den besten Grüßen!

Ihr

Benno Schmid-Wilhelm



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